Klinik Dr. Fontheim: Mentale Gesundheit im Fokus – Einrichtungen fordern mehr Handlungsspielraum

Die Herausforderungen in der Pflege und insbesondere in der psychiatrischen Versorgung nehmen weiter zu. Das wurde bei einem Besuch von Prof. Dr. Reza Asghari, MdB, in der Klinik Dr. Fontheim für mentale Gesundheit in Liebenburg deutlich. Im Austausch mit der Klinikleitung und Verantwortlichen aus Pflege und Management standen vor allem strukturelle Probleme, steigender Bedarf sowie notwendige politische Weichenstellungen im Mittelpunkt. 

Die traditionsreiche Einrichtung, ein Familienunternehmen in sechster Generation, verfügt über rund 600 Plätze und deckt ein breites Versorgungsspektrum ab – von klassischer Pflege über betreutes Wohnen bis hin zur psychiatrischen Betreuung. Damit bildet die Klinik eine nahezu vollständige Versorgungskette im Bereich der mentalen Gesundheit ab. 

Im Gespräch mit Hans-Christian Fontheim, Facharzt für Neurologie und geschäftsführender Gesellschafter, sowie Pflegedirektor Georg Schnieders und Iris Lauterbach, Leitung des psychiatrischen Pflegeheims, wurde deutlich, dass die Einrichtungen zunehmend unter Druck stehen. Trotz vergleichsweise stabiler Personalsituation bleibt der Fachkräftemangel eine der größten Herausforderungen. Die Klinik reagiert unter anderem mit rund 190 Ausbildungsplätzen sowie verstärkter internationaler Personalgewinnung. 

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der fortschreitenden Digitalisierung: Die Pflegedokumentation wurde vollständig digitalisiert und wird inzwischen von spezialisierten Fachkräften übernommen – ein Schritt, der sowohl Effizienz als auch Qualität in der Versorgung verbessern soll. 

Zunehmend kritisch wird die gesellschaftliche Entwicklung im Bereich der mentalen Gesundheit bewertet. Insbesondere bei Kindern und Jugendlichen zeigen sich laut den Verantwortlichen immer häufiger Auffälligkeiten, während gleichzeitig die Nachfrage nach Unterstützungsangeboten wächst. Parallel dazu wird Pflege für viele ältere Menschen finanziell kaum noch tragbar – ein Spannungsfeld, das die Einrichtungen vor zusätzliche Herausforderungen stellt. 

Vor diesem Hintergrund gewinnt der politische Austausch weiter an Bedeutung. Ein parlamentarisches Frühstück mit der Bundesarbeitsgemeinschaft Psychiatrie ist in Vorbereitung und soll sich gezielt mit den aktuellen Herausforderungen sowie notwendigen strukturellen Anpassungen befassen. Im Mittelpunkt steht dabei die Frage, wie die Versorgungssicherheit langfristig gewährleistet werden kann. 

„Die Einrichtungen leisten bereits heute Enormes. Um die Versorgung dauerhaft sicherzustellen, braucht es weniger Bürokratie und mehr Vertrauen in die Arbeit vor Ort“, betonte Prof. Dr. Reza Asghari, MdB, im Anschluss an den Besuch. 

Einigkeit bestand unter den Gesprächspartnern darin, dass neben finanziellen Anpassungen vor allem strukturelle Erleichterungen notwendig sind. Insbesondere Bürokratieabbau und mehr eigenständiges Handeln der Einrichtungen gelten als zentrale Voraussetzungen, um die Pflege und psychiatrische Versorgung nachhaltig zu sichern.

Prof. Dr. Reza Asghari MdB

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